Archiv der Kategorie: Fantasy / Science-Fiction

Andy Weir – Artemis

Mondfrau Jazz schlägt sich auf der Luna-Kolonie Artemis durch – meist hart an der Grenze zur Legalität, die sie dieses Mal jedoch (unfreiwillig) zu weit hinter sich lässt, weshalb nicht nur die mondeigene Polizei, sondern auch finstere Killer von der Erde hinter ihr her sind … – Nach seinem Sensationsdebüt versucht sich Autor Weir an einem geradlinigen SF-Thriller, der recht zäh beginnt, bis eine simple, aber spannende Handlung in Gang kommt, die sich keiner Neu-Ideen bedient, sondern ‚nur‘ unterhält: klassisches SF-Handwerk wird unnötig und kontraproduktiv zum ‚Bestseller‘ gehypt. Andy Weir – Artemis weiterlesen

Jonathan Carroll – Ein Kind am Himmel

Das Vermächtnis eines Horror-Regisseurs

Eine Geschichte von zwei Freunden, von denen der eine Selbstmord begeht. Dieser Horror-Regisseur hinterlässt ein Vermächtnis: Bilder von Dingen, die es nicht geben kann… Ein ungewöhnlich erzählter, verwirrender und darum umso stärker berührender Phantastik-Roman, der zu Carolls Wiener Sextett gehört (s.u.).

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Jonathan Carroll – Das Land des Lachens

Das wahre Gesicht des Märchenerzählers

Der Englischlehrer Thomas Abbey begibt sich mit seiner Freundin Saxony Gardner nach Galen, Missouri, denn dort lebte ihrer beider Lieblingsautor Marshall France und schrieb seine wunderbaren Kinderbücher, bis er vor wenigen Jahren starb. In Galen werden sie freundlicher empfangen als erwartet, und als Tom Frances Tochter Anna verrät, er wolle die Biografie ihres Vaters schreiben, bekommt er wider Erwarten ihre ausdrückliche Erlaubnis. Er könnte nicht glücklicher sein, als die Dinge in Galen schließlich ihr wahres Gesicht zeigen. Denn in ihnen ist der verblichene Marshall Frances gegenwärtiger als je zuvor…
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H. L. Lawrence – Kinder des Lichts

Gattinnen-Mörder Largwell trifft die ebenfalls flüchtige Joan; das ungleiche Paar gerät in ein Sperrgebiet des Militärs, das dort ganz besondere Kinder hütet, was auf keinen Fall öffentlich bekanntwerden darf … – Der Kalte Krieg schürte die Angst vor einem atomaren III. Weltkrieg. Dieser Apokalypse soll hier ein Schnippchen geschlagen werden, wobei die Moral im Trump-Stil zur Nebensache wird. Vergleichsweise betulich erzählt Autor Lawrence eine Geschichte, die wesentlich intensiver verfilmt wurde: typisch ‚langsamer‘, reichlich angestaubter britischer SF-Katastrophen-Roman. H. L. Lawrence – Kinder des Lichts weiterlesen

Michael Bishop – Brüchige Siege

Im Kriegsjahr 1943 wird ein blutjunges US-Landei Baseball-Profi. Danny Boyle kämpft gegen Vorurteile, persönliche Probleme sowie spielerische Rückschläge und wird dabei allmählich erwachsen, wobei ihm ein besonderer Teamkamerad und Freund hilft: Frankensteins Monster … – Ungewöhnlicher „Coming-of-Age“-Roman, dessen Autor selbst für Laien spannend von einer besonderen Episode der Baseball-Geschichte erzählt und dem das Kunststück gelingt, das genannte ‚Monster‘ völlig überzeugend darin unterzubringen: seiten- und inhaltsstarkes Lesefutter! Michael Bishop – Brüchige Siege weiterlesen

George Alec Effinger – Zeitknick

Ironische Abenteuer in der Zeitschleife

Mittag, 17. Februar 1996.
Starttermin für den ersten Zeitreisenden der Welt: Frank Mihalik. Er soll ins Jahr 1939 zurückgeschickt werden, um dort die Weltaustellung in New York zu besuchen.
Der Versuch gelingt, aber irgend etwas geht doch schief bei diesem Experiment. Was ein Tagesausflug hätte werden sollen, wird zum Horrortrip.
Er gelangt nicht wieder in die Zukunft zurück, sondern immer wieder kommt er zum selben Zeitpunkt, in derselben Sekunde, am selben Ort im Jahre 1939 heraus: Auf der Weltausstellung.
Kann er aus sich aus eigener Kraft aus dieser Zeitschleife befreien, in die er geraten ist? Oder muß er er in alle Ewigkeit die Weltausstellung des Jahres 1939 besuchen.
Ein kosmischer Slapstick durch Raum und Zeit, voll Witz, Humor und satirischen Seitenhieben. (Verlagsinfo)

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Wolfgang Jeschke (Hrsg.) – Heyne Science Fiction Jahresband 1988

Klassische SF-Erzählungen zu kleinem Preis

Der inzwischen verstorbene Herausgeber der Heyne Science Fiction Reihe, Wolfgang Jeschke, pflegte von 1980 bis 2000 eine schöne Tradition: Jedes Jahr präsentierte er seinen Lesern eine Anthologie von guten phantastischen Geschichten zu einem sehr erschwinglichen Preis. Lag dieser 1980 noch bei schlappen 4,80 DM, so war der Preis im Jahr 2000 bereits bei 18,00 DM angelangt – und wäre heute überhaupt nicht mehr bezahlbar. (Man könnte man die Preissteigerungsrate ausrechnen: Sie ist astronomisch hoch.)

Wie immer jedoch lieferten die SF-Jahresbände Erzählungen, die von der ersten Liga der Autoren und Autorinnen stammte. Stets war ein kleiner Ausreißer dabei, sei es ein Autor aus dem Ostblock – zu dem Jeschke von jeher gute Kontakte pflegte -, oder ein Kurzroman, z.B. von C.J. Cherryh.

Dieser Band erschien im Jubiläumsjahr 1988 – 25 Jahre Heyne Science Fiction, wenn ich mich nicht täusche. Die Beiträge sind herausragend, ebenso die angloamerikanischen Autoren.
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George Alec Effinger – Die Wölfe der Erinnerung

Existentialistische SF: Für die Liebe zum Menschen

Dies ist die Geschichte von TECT, dem gottgleichen Computer, der in seiner Weisheit, in seiner Allmacht und in seiner maschinenhaften Gleichgültigkeit die Geschicke der Menschen verwaltet. Seine Ratschlüsse sind ebenso unergründlich wie unmenschlich. Ist TECT ein müde gewordener Gott, der seinen „Heilsplan“ durchsetzen will und gleichzeitig seine Abschaltung betreibt, um sich seiner Verantwortung für die Menschheit zu entheben?

Und es ist die Geschichte von Sandor Courane, dem guten Kerl, der immer für andere da ist, den man herumschubsen und demütigen kann und den TECT schließlich ohne Grund in die Hölle eines fernen Planeten schickt, weil er ja nur ein unbedeutendes Werkzeug ist. (Verlagsinfo)
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Leigh Bardugo – Das Gold der Krähen (Glory or Grave 2)

Glory or Grave

Band 1: Das Lied der Krähen“
Band 2: „Das Gold der Krähen“

Kaz und seiner Truppe ist es wider alle Wahrscheinlichkeit gelungen, in den Eispalast einzudringen und lebend wieder herauszukommen. Zwar ist der Wissenschaftler, den sie befreien sollten, bei der Aktion gestorben, aber sie haben seinen Sohn mit nach Ketterdam gebracht.
Jan van Eck, der Auftraggeber, ist allerdings nicht im geringsten bereit, einer Bande Barrelratten tatsächlich die versprochene Belohnung auszuzahlen. Wylan hat Kaz diesbezüglich bereits vorgewarnt, aber obwohl Kaz mit einem Betrugsversuch rechnet, gelingt es van Eck, ihn zu linken und Inej zu entführen. Eine ausgesprochen schlechte Idee …! Leigh Bardugo – Das Gold der Krähen (Glory or Grave 2) weiterlesen

Bruce Sterling – A Good Old-fashioned Future. Erzählungen

Bruce Sterling als Schocker und Unterhalter

Sterling ist fast der einzige amerikanische Science-Fiction-Schriftsteller, der sich mit der aktuellen (!) Welt außerhalb seines Landes befasst, und zwar nicht romatisierend oder verklärend, sondern satirisch und kritisch analysierend. Das klingt nun, als ob Sterling ein großer Theoretiker sei. Mitnichten! Ebenso wie sein Bruder im Geiste William Gibson in „Virtual Light“ und „Idoru“, so vermag Sterling seine Visionen und Kommentare in rasante Handlung und lebendige Charaktere zu gießen. Bei diesen Erzählungen, die 1993 bis 1998 erschienen, bleibt so manchem Kollegen – und auch dem unvorbereiteten Leser – die Spucke weg.
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Bruce Sterling – Der Staubozean

Auf Waljagd wie weiland Käptn Ahab

Nullaqua ist eine menschenfeindliche Welt, ein Wüstenplanet mit gigantischen Staubozeanen. Darin leben riesige, walähnliche Tiere, aus deren Kadavern man die Droge Syncophin gewinnt. Zigtausende Süchtige in der gesamten Galaxis können ohne das „Flackern“, das das Syncopin in ihrem Bewusstsein hervorruft, die Realität nicht mehr ertragen, und so jagen riesige Schiffe die Staubwale. Ihre Crews bestehen nur teilweise aus Menschen, doch die Entbehrungen und die tödliche Bedrohung durch die grausame, fremde Natur schweißt sie zu unverbrüchlichen Gefährten zusammen. (Verlagsinfo)
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Bruce Sterling – Zikadenkönigin. Cyberpunk und danach

Klassische SF-Erzählungen, mit Cyberpunk-Aroma

In der Story-Sammlung „Zikadenkönigin“ sind alle Erzählungen gesammelt, die Bruce Sterling über die Zukunft geschrieben hat, die sich die sogenannten Mechanisierer und Former teilen. Außerdem finden sich hier weitere SF-Storys sowie ein paar der schönsten Fantasy-Erzählungen der 1980er Jahre, darunter den gelungenen Kurzroman „Grüne Tage in Brunei“.
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Bruce Sterling – Schismatrix

Mechanisten oder Former: am Scheideweg der Evolution

Der Homo sapiens der Zukunft hat zwei Möglichkeiten, um über sich hinauszuwachsen: Entweder er ist ein Former und lässt seine Gene gezielt manipulieren, oder er ist ein Anhänger der Mechs, die ihre Körper durch implantierte Chips und Cyborg-Modifikationen aufrüsten. Beide Gruppen führen seit Jahrzehnten einen Kampf darum, wessen Technologie die bessere ist.

Abélard Lindsay, ein Mech, der bei den Formern ein diplomatisches Training absolviert hat, lehnt sich gegen die Dogmen beider Gesellschaften auf und wird auf dem Mond ins Exil geschickt. Durch seine Ausbildung fällt es ihm nicht schwer, sich in eine günstige Position zu bringen – doch eine emotionale Entscheidung lässt ihn alles über Bord werfen und ins All aufbrechen, wo sich das Schicksal der Menschheit entscheiden wird … (Verlagsinfo) „Schisma“ bedeutet (auch religiöse) „Spaltung“, und darum geht es.
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Robert Silverberg – Zeit der Wandlungen


Das verbotene Wort *Ich*

Der SF-Roman wurde 1971 mit dem Nebula Award, dem wichtigsten Kritiker-Preis des Science-Fiction-Genres, ausgezeichnet. Dennoch ist das Thema doch etwas bitter und deprimierend: Es geht um die seelischen Herausforderungen, die ein hochrangiger Angehöriger einer kollektivistischen Gesellschaft (nur das Ganze zählt, der Einzelne nichts) auszustehen hat, sobald er mit dem „Virus“ des Selbst-Bewusstseins infiziert worden ist. Er wird zum Ausgestoßenen, doch es erweist sich, dass sich an der Frage des Individualismus der Fortbestand der Welt Borthan entscheidet…
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Bruce Sterling – Inseln im Netz

Anno 2020: Die Nationalstaaten haben ihren politischen Einfluss weitgehend verloren, Multis beherrschen mithilfe einer perfekt vernetzten Informationstechnik die Welt. Laura und David Webster arbeiten als PR-Berater für eine dieser Firmen, Rizome.

Grenada, Singapur und Luxembourg sind Datenoasen – hier wird mit jeder Sorte von Informationen gehandelt. Der Konkurrenzkampf zwischen ihnen ist groß und hat die Ausmaße eines Kleinkriegs angenommen. Rizome schickt Laura und David nach Grenada, um ein Abkommen auszuhandeln. Als Singapur Grenada angreift, kann David entkommen, doch Laura wird gefangen genommen.

In den folgenden drei Jahren wird sie immer tiefer in die Machenschaften von Firmen, Staaten und Terrororganisationen verstrickt, die sie unmöglich durchschauen kann… (Verlagsinfo)

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C. J. Cherryh – Rider at the Gate (Finisterre 1)

Siedler-Fantasy: Schüsse, Jungs und wilde Pferde

Ein Siedlerjunge folgt einem Reiter, der sich bemüht, den Tod seiner Geliebten und Partnerin Aby aufzuklären, die in den Bergen des Grenzlandes umkam. Doch neben dem Jungen sind weitere Männer hinter Guil Stuart her, denn es geht um die letzte Fracht der Partnerin: Gold im Wert von 300.000 Dollar.

„Rider at the Gate“ ist der erste Band einer Roman-Dilogie, die in einem neuen Universum und auf einem neuen Planeten spielt: Finisterre. „Rider“ wurde 1995 mit „Cloud’s Rider“ fortgesetzt.
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Hardy Kettlitz – Die HUGO Awards 2001-2017

Die Geschichte eines SF-Preises: aktuell & mit Fotos

Der Hugo Award ist weltweit der wichtigste und bekannteste Preis für Science-Fiction-Werke. Er wird seit 1953 von den Mitgliedern der World Science Fiction Convention während einer feierlichen Zeremonie in zahlreichen, gelegentlich wechselnden Kategorien vergeben.

In diesem dritten Band der Reihe werden die ausgezeichneten Werke und die Preisträger aus dem Zeitraum 2001 bis 2017 gewürdigt und einzeln vorgestellt, und zwar nicht nur die bedeutenden Romane oder Filme, sondern auch Illustratoren, Herausgeber, Podcasts und Fans. Ein großartiges Lesebuch wie auch ein äußerst nützliches Nachschlagewerk für alle, die sich für die Science Fiction interessieren! (Verlagsinfo)
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Jack Campbell – Black Jack (Die verschollene Flotte 2)

Actionreich und spannend: gediegene Military SF

Seit hundert Jahren kämpft die Allianz verzweifelt gegen die Syndikatswelten, und die erschöpfte Flotte ist in Feindgebiet gelandet. Ihre einzige Hoffnung: Captain John Geary. Seit seinem heldenhaften letzten Gefecht hält man ihn für tot. Doch wie durch ein Wunder hat er im Kälteschlaf überlebt. Nun soll er als dienstältester Offizier das Kommando über die Flotte übernehmen, um sie sicher nach Hause zu bringen. In einem Krieg, der nur in einem Fiasko enden kann…

Die Realität: Unzählige Feinde auf dem Weg nach Haus. Und eine Meuterei in den eigenen Reihen, die ihn zunächst mal vierzig Schiffe kostet. Ob das gutgehen kann?
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C.J. Cherryh – Visible Light. Phantastische Erzählungen

Phantastische Erzählungen von einer Meistererzählerin

Diese Sammlung von Erzählungen umfasst Cherryhs frühe SF- und Fantasy-Erzählungen, darunter die preisgekrönte Story „Cassandra“ aus dem Jahr 1978. Höhepunkte sind die zwei Kurzromane „Companions“ (1984) und die eigens für diesen Band verfasste Novelle „Brothers“ (1986). Selbst für Kenner und Sammler dieser Autorin bietet die Collection also noch Leckerbissen, die sie woanders nicht finden. Der Clou dieser Ausgabe sind jedoch die verbindenden Texte, die auf einem „Raumflug“ stattfinden, mit der Autorin als Reiseleiterin.

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Uwe Anton (Hg.) – Kosmische Puppen und andere Lebensformen. Ein Philip K. Dick Reader

Wieder-Entdeckung eines Klassikers

Philip K. Dick, dem wohl kontroversesten amerikanischen Science Fiction-Autor („Blade Runner“, „Total Recall“, „Minority Report“), ist dieser umfangreiche Reader gewidmet. Solche Reader sind hierzulande absolute Mangelware und daher umso mehr zu begrüßen.

Für den Dick-Fan bietet der Reader bislang in Deutschland großteils unveröffentlichte Storys und einige wichtige Vorträge des SF-Meisters. Ein in Deutschland geführtes Interview aus dem Jahr 1977 und der einzige Fantasyroman Dicks runden das Paket ab. Mal sehn, was davon zu halten ist.
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